Lotusgeburt

Da die Informationen zum Thema Lotus-Geburt auf Deutsch bisher sehr dürftig sind, veröffentliche ich meine spannenden Erfahrungen mit dem Thema. Ich möchte gerne, dass so viele Babys wie möglich mit ihren Eltern die Erfahrungen einer Lotus-Geburt erleben dürfen. Ich wollte eine Lotus-Geburt erleben, weil ich die Beobachtungen von Claire Lotus einfach glaube.
Ich denke, die Nabelschnur ist von der Natur dazugemacht, sich zu lösen. Aber muss dass in den ersten 5 Minuten nach der Geburt sein, wie das die Praxis im Spital ist? Oder in den ersten Stunden nach der Geburt, wie es im Geburtshaus oder bei einer Hausgeburt üblich ist? Warum darf dem nicht etwas Zeit gegeben werden? Hebammen im Geburtshaus konnten beobachten, wie sich die Fälle von Anklimatisierungsschwierigkeiten und Plazentas, die sich im Mutterleib nicht vollständig lösen, vermindern, je weiter der Zeitpunkt rausgezögert wird, an dem die Nabelschnur durchtrennt wird. Ich durfte ein Baby erleben, dass zufrieden war und ab dem 3. Tag so richtig im Leben angekommen.
Ein weiterer wichtiger Grund für uns war das Durchtrennen der Nabelschnur. Bei unserem ersten Kind, erledigte das mein Mann recht wiederwillig; bei der 2. Geburt übernahmen das mein Mann und die nun grosse Schwester; bei der 3. Geburt machte ich das, weil ich dachte so kann ich mich eher von der Schwangerschaft verabschieden und loslassen. Jedes Mal war da so ein schaler Nachgeschmack, etwas dass einfach nicht stimmte und falsch war. Gibt es jemanden, der das schön findet? Einige Hebammen erzählten mir, wie sie als Lernende immer dazu angetrieben werden mussten, endlich die Nabelschnur zu durchschneiden. Das dünkt mich ein instinktiver Wiederwille, den wir doch gar nicht überwinden müssen. Wir brauchen nur umzudenken. Ich wünsche dir den Mut und die Möglichkeit, eine Lotus-Geburt zu erleben 🙂
Am wunderschönen Fast-Frühlingstag am 5. Februar 2011 wollte unsere Tochter an die Luft kommen. Es war sehr sonnig und warm. Um 22.00 Uhr war sie bei uns zu Hause im Pool geboren. Auf die Geburt haben wir uns mit HypnoBirthing vorbereitet, was wir beide allen zukünftigen Eltern wärmstens empfehlen können. Wir liessen die Nabelschnur mit der Plazenta verbunden. Die Plazenta war um 22.19 h geboren. Für uns jedesmal ein Wunder, wenn es so schnell geht – bei unserer 2. Geburt dauerte es eine Stunde bis sie kam. Nun ja, die Plazenta war da, ich stieg langsam aus dem Pool und legte mich aufs Bett und die Kleine begann zu trinken. Nach etwa einer Stunde machten wir uns daran die Plazenta zu behandeln. Da ich mit Plazenta-Globuli bei meinen älteren Kindern gute Erfahrungen gemacht hatte, wollte ich auch dieses Mal nicht drauf verzichten. Ich wollte aber auf keinen Fall die Plazenta „beschädigen“. So hat unsere Hebamme aus der Plazenta 2 ml Blut genommen, genau dort, wo die Plazenta mit der Nabelschnur verbunden ist. Wir sagten unserer Tochter, dass wir das Blut für Globuli für sie verwenden würden und denken so war es okay.
Zur Behandlung der Plazenta hatte ich in der Berg-Apotheke (http://www.berg-apotheke.ch/) in Zürich Neemblätter (http://www.heilkraeuter.de/lexikon/neem.htm) (270 g für CHF 21.30 / jetzt sind noch 170 g übrig) bestellt, welche auch sehr rasch kamen. Diese Neemblätter, getrocknet sind sie etwa so gross wie ein Buchenblatt, rieb mein Mann in einer Schüssel zusammen mit grobem Meersalz zu kleinen Stückchen. Das Meersalz ist fürs haltbar machen zuständig. Mein Mann verglich es immer mit Bündnerfleisch machen :-).
Die Plazenta reinigte unsere Hebamme und tupfte sie ab. Wir nahmen ein kleines Nuschi, betteten die Kräutermischung darauf, legten die Plazenta darauf und deckten sie nochmals mit der Kräutermischung ab. Das packten wir zusammen, dass kein Salz oder Kraut rausfallen konnte und wickelten es nochmals in 2 Flanellwindeln. Das ganze Päckli packten wir in ein extra zu diesem Zweck genähtes Täschli. Das ganze Päckli legten wir dicht an unsere Tochter und schliefen erst mal. Am morgen (nach 5 h) war das ganze Päckli völlig durchnässt mit nassen Flecken auf dem Bett. Wer die Möglichkeit hat – sprich, wo es die Geburtszeit zulässt –  dem ist angeraten, nach 2 h ein neues Plazentapäckli zu machen. Wer nicht, da geht es auch so 🙂
Am morgen wechselten wir die durchnässte Kräutermischung. Wir legten, wie bereits beim ersten Mal, die Kräuter in ein kleines Nuschi, 30 x 30 cm, und gaben so viele Kräuter dazu, dass die Plazenta bedeckt war. Das wickelten wir wieder in 2 grosse Flanellwindeln (80 x80 cm). Da das genähte Täschli feucht vom Blut und dem Wasser, dass das Salz gezogen hatte, war, musste es erst mal in die Wäsche. Das Täschli wäre dazu gedacht, die Plazenta mit dem Baby weiter zu geben, so dass es immer in der Nähe des Babys wäre. Wie sich später rausstellte, haben wir es nie mehr gebraucht.
Es wäre nicht nötig extra ein Täschli zu nähen, wenn man es so macht wie wir: Wir legten unsere kleine Tochter in die Diagonale einer grossen orangen Flanellwindel und das Plazentapäckli dicht an ihre Seite. Nun klappten wir von unten das Tuch satt nach oben und von rechts und links auch nochmals. Das ganze wiederholten wir mit einer pinken Flanellwindel. Unsere Tochter hatte ein Hemd an und war unten so gepuckt, dass sie ihre Arme zum Gesicht nehmen konnte, wenn sie wollte.
Das Pucken war uns schon bei unserem ersten Kind ein Anliegen. Da hatte sich das Baby im Bauch die ganze Zeit überall berühren können und kaum ist es auf der Welt, geht das wegen all der Kleider nicht mehr 🙁 – da ist das Pucken für mich eine gute Alternative, dass sie sich wenigstens an den Beinen wie gewohnt berühren können. Denn im Puckpäckli haben sie genug warm, dass sie mit nackten Beinen strampeln können. Das gepuckte Baby kann man gut noch mit einem Badetuch nochmals einwickeln und wärmen.
Wir haben unsere Tochter mit ihrer Plazenta eingepuckt, dasPäckli muss allerdings schon fest sein, so dass zu keiner Zeit die Gefahr besteht, dass die Plazenta vom Baby wegfallen könnte und an der Nabelschnur zieht. Ein Ziehen oder Reissen an der Nabelschnur muss auf jeden Fall verhindert werden. So im Päckli war auch das Halten der grossen Geschwister kein Problem und wir mussten uns keine Sorgen machen, es passiere etwas. Von aussen sah man überhaupt nicht, dass da die Plazenta noch dran war. Eine Freundin packte sie am 4 Tag aus und war völlig überrascht, dass da noch eine Plazenta ist .-) Dieses Foto haben wir 22 Stunden nach ihrer Geburt gemacht.
Die Nabelschnur ist dran geblieben - 6.2.2011

Die Nabelschnur ist dran geblieben – 6.2.2011

Es zeigt wunderschön, wie dick und stark die Nabelschnur ist und wie die drei Blutbahnen in der Nabelschnur verlaufen. Wir haben das Plazentapäckli bis am 3. Tag zwei mal am Tag erneuert, bis am 6. Tag, dann einmal am Tag. Ab dem 2. Tag haben wir jeweils um die Verbindung Nabelschnur – Bauchnabel ein Kleenex-Tuch gefaltet um Druckstellen und Unannehmlichkeiten von der getrockneten Nabelschnur für unsere Tochter zu vermeiden. Den Rest der Nabelschnur legten wir jeweils über das Hemdchen, dass es für sie angenehm war. Um der Nabelschnur das abheilen zu erleichtern, durften wir im Geburtshaus das Weleda-Pulver Wecesin kennenlernen. Laut Packungsangabe ist das Puder zur Behandlung von kleineren Schürfwunden und zur Nabelpflege empfohlen. Wecesin hat von dem Tag an einen festen Platz in unserer Hausapotheke.
Wir pucken sie heute, 6 Wochen nach ihrer Geburt immer noch die meiste Zeit (wie das mit dem Tragen klappt – wir haben sie mit dem ganzen Puckpack in einen Sling gebunden). Die Kräuter liessen unsere Tochter immer wie ein Duftkissen riechen – wie Heu im Sommer – mmmmh. Das Foto haben wir 5 Tage nach ihrer Geburt aufgenommen. 5 h später war die Nabelschnur weg.
Bald hat sich die Nabelschnur ganz gelöst - 11.2.11

Bald hat sich die Nabelschnur ganz gelöst – 11.2.11

Die Nabelschnur löste sich 6 Tage nach ihrer Geburt und zurück blieb ein wunderschöner Bauchnabel.
wunderschöner Bauchnabel - 11.2.11

wunderschöner Bauchnabel – 11.2.11

Der Nabelschnurstumpf unserer anderen Kinder, fiel jeweils erst um den 10 Tag herum ab – wir haben das noch nie so schnell und einfach erlebt. Kein desinfizieren, kein bäschelen, kein aufpassen mit den Windeln. Einfach so ganz natürlich der Natur seinen Lauf lassen – das war so schön & stimmig!
Das Plazentapäckli - 11.2.11

Das Plazentapäckli – 11.2.11

So sah das Päckli aus, dass dicht bei unserer Tochter in der Puckung lag. So haben wir die Plazenta jeweils mit den Neemblättern behandelt. Man sieht die Salz-Neem-Mischung gut und auch wie die Plazenta aussen trocken und innen noch feucht ist.
Salz-Neem-Mischung und die fast getrocknete Plazenta - 11.2.11

Salz-Neem-Mischung und die fast getrocknete Plazenta – 11.2.11

Unsere Erwartungen an die Lotus-Geburt wurden bei weitem übertroffen. Claire Lotus sah die Aura vom Baby und der Plazenta. Soweit können wir nicht gehen. Aber wir sind sonst sehr begeistert.
Die Lotusgeburt ist für mich etwas, wo man sich wünscht nochmals von vorne beginnen zu können. Andererseits wäre sie ohne die Erlebnisse mit unseren anderen Kindern gar nicht möglich gewesen 🙂
Darum unser Dank an jedes einzelne unserer Kinder, dass uns von irgendwo her ausgewählt hat, mit uns sein Leben lebt und uns dran teilhaben lässt. Eurer Papa & eure Mama
So ein wunderschönes zufriedenes Meiteli ist zu uns gekommen. Mit ihr dürfen wir nochmal neues lernen und erleben. So schön.
Kann man zufriedener, glücklicher sein? - 11.2.11

Kann man zufriedener, glücklicher sein? – 11.2.11

Zusätzlich zu den Plazentaglobuli hängt ein wunderschöner Traumfänger meiner Naturärztin über dem Bett unserer Tochter und bewacht ihren Schlaf. Der äussere Kranz ist aus einem Gewächs, innen siehst du fein die getrocknete Nabelschnur. Wir haben u viel Freude daran 🙂
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