Meine Tragegeschichte

Unser Weg zum Tragen. Als unser erstes Baby auf die Welt kam, hatte ich natürlich einen Babybjörn ausgeliehen – die Werbung war so toll. Da konnte ich Mutter und doch Businessfrau sein :-). Ein Tuch war so etwas Grünes… Und dann während meines ersten Milcheinschusses schlief ich vier Stunden am Stück. Während der ganzen Zeit, trug mein Mann unsere zuerst schreiende und danach schlafende Tochter im Tuch und sie war zufrieden. Das war sein Druchbruch, dass er an das Tuch glaubte.

Wir überlegten lange, ob wir diese teure Anschaffung machen wollten und fanden schliesslich ein günstiges Occasionstuch. Unsere Tochter trugen wir darin, wenn sie unzufrieden war und es uns in den Sinn kam. Ich weiss noch, wie ich lange plangte, bis sie drei Monate alt war und ich zur zweiten Beratung durfte. Ich probierte es auch anhand einiger Anleitungen im Internet, aber damals gab es noch nicht so gute Anleitungen wie heute.

Endlich durfte ich sie auf dem Rücken tragen. Jetzt stand der Bergwelt mit kleinen Wanderungen (ist gar nicht meine liebste Beschäftigung) oder auch heuen (mache ich in den Ferien u gerne) mit der Kleinen auf dem Rücken nichts mehr im Weg. Unsere zweite Tochter schliesslich, wollte und konnte ich nicht in den Kinderwagen legen. So wurde sie 5 Monate ausschliesslich getragen. Für sie war das Tragen 4 Jahre lang der Himmel auf Erden. In mir wuchs der Wunsch, das weitergeben zu können und doch hatte ich das Gefühl, nicht über die nötigen Kenntnisse zu verfügen.

Mein Sohn erblickte das Licht der Welt. Ich wusste soviel übers Tragen und wie gut es ist. Mein Sohn, er schlief so selig in seinem Kinderwagen. Was habe ich mich gefragt, ob ich ihn denn jetzt nicht eigentlich tragen sollte. Ich kam zum Schluss, dass das mit 3 Kindern ein Geschenk des Himmels war. Und dann, kam seine Zeit des Tragens. Mit 6 Monaten krabbelte er, vor er sass. Ab da brachte er mir das Tuch, wenn er getragen werden wollte. Ich konnte es fast nicht glauben und hatte so Freude an ihm. Es berührte mein Herz, wenn er mir das Tuch brachte. Ich trug in ziemlich genau 3 Monate recht intensiv – dann lief er. Ich staunte sehr – ein Kind, dass mit 9 Monaten lief – und erlebte selber, dass das geht 😉 Weiterhin war er bei Unternehmungen bei mir oder meinem Mann im Tuch. Irgendwann mit etwa 3 Jahren kam eine Phase, wo er abends fast nicht einschlief. Wir konnten 2 h neben ihm liegen und waren um 22 h alle erledigt, genervt, unzufrieden. Die andere Lösung, die wir per Zufall merkten war, ihn ins Tuch zu nehmen und einen 20 minütigen Spaziergang zu machen. Klar, welche wir wählten 🙂 So lief mein Mann einen Sommer lang mit Junior im Tuch eine grosse Runde im Quartier, während ich die Mädels ins Bett brachte.

Zu dem Zeitpunkt war seine kleine Schwester bereits geboren. Wir wussten wie es ging und es ging gut 🙂

2015 kam unser letztes Kind zur Welt und ich trug nochmals mehr. Ich hatte immer schon das Gefühl, viel getragen zu haben, aber bei unserer kleinsten Tochter war das nochmals sehr intensiv. Sie führte mich auch nochmals an anderes Tragen heran. Erstmals liess ich eine Tragehilfe zu, weil sie mir im „Rucksack“ auf dem Rücken immer ausstieg. Und auch beim Wickelrucksack machte sie solange, bis alle Spannung weg war. Zuerst trug ich sie in einem Halfbuckle, dann in einem vor 10 Jahren von mir selber genähten MeiTai. So machen wir alles mögliche gemeinsam. Nun waren auch die Grossen gross genug, ihre kleine Schwester zu tragen. Das ist so schön zum zusehen 🙂

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